Feuerstätten in dichten Aufstellungsräumen bei Neubauten sowie bei Sanierungsbauten

Feuerstätten benötigen zur ordnungsgemäßen Verbrennung von Brennstoffen vor allem eines: genügend Luft bzw. den in der Luft enthaltenen Sauerstoff.

Aufgrund immer dichter werdender Gebäudehüllen (Stichwort Dämmung) im Neubaubereich, aber auch nach erfolgter thermischer Sanierung ist diese Versorgung mit Verbrennungsluft für den Betrieb von raumluftabhängigen Feuerstätten oft nicht mehr gegeben.

Aufgrund von Normen und Richtlinien darf in Wohn- und Aufenthaltsräumen kein unzulässig hoher Unterdruck entstehen.

Grundsätzlich sind Luft absaugende Geräte in Kombination mit raumluftabhängigen Feuerstätten elektrisch so zu verriegeln, dass ein gleichzeitiger Betrieb ausgeschlossen ist. Ausgenommen davon sind jene Fälle, in denen ein messtechnischer Nachweis der ausreichenden Verbrennungsluftzufuhr vorliegt.

Die Lackner Rauchfangkehrer KG kann im Bedarfsfall eine Messung nach der Differenzdruckmethode durchführen, bei der mittels Messgerät festgestellt wird, dass der erlaubte Unterdruck im Aufstellungsraum nicht unterschritten wird.

Generelle Überprüfung

  1. Verbrennungsluftbedarf der Feuerstätte (ca. 1,8 m³/h je kW Leistung)
  2. Raumgröße des Aufstellungsraumes
  3. Luftabsaugende Geräte (Küchendunstabzug, Badentlüftung, WC-Ventilator, zentrale Staubsaugeranlagen, Abluft-Wäschetrockner, Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung, Klimaanlagen, weitere raumluftabhängige Feuerstätten usw.)
  4. Rahmenbedingungen: Der Unterdruck darf nicht größer als in der entsprechenden technischen Richtlinie (G1/G12) angegeben sein, wenn ALLE raumluftabsaugenden Geräte in betrieb sind.

Maßnahmen

  1. Messtechnische Überprüfung des Lufthaushaltes (Differenzdruckmessung, Berechnung nach Luftzahlmethode (nur Gas))
  2. Elektrische Verriegelung von raumluftabsaugenden Geräten bei Feuerstättenbetrieb
  3. Fensterkontaktschalter, der das Kippen des Fensters erfordert, bevor raumluftabsaugende Geräte in Betrieb genommen werden können
  4. Einbau eines Differenzdruckwächters (besonders beim Niedrigenergiehaus und bei kontrollierter Wohnraumlüftung)
  5. Aufstellung und Anschluss eine raumluftunabhängigen (RLU) Feuerstätte, die die Verbrennungsluft über direkten Weg von außerhalb des Hauses bezieht.

Folgen von zu geringer Verbrennungsluftzufuhr

  1. Entstehen von zu großem Unterdruck im Wohnraum, dadurch Sauerstoffmangel und Unwohlbefinden
  2. Rückströmen von Abgasen aus der Feuerstätte, verbunden mit Geruchs- und Schadstoffbelästigung
  3. Unvollständige Verbrennung, dadurch unnötig hoher Brennstoffbedarf und hohe Schadstoffwerte, vor allem CO (Kohlenstoffmonoxid), das beim Rückströmen gesundheitsgefährdend ist.
  4. Hohe Rußentwicklung, vor allem bei Feuerstätten mit Sichtglas ständige Verschmutzung des Glases.

Wenn Sie eine raumluftabhängige Feuerstätte betreiben und Ihre Gebäudehülle sanieren (Vollwärmeschutz, Fenstertausch etc.), sprechen Sie vorher mit uns über mögliche Probleme und deren Lösung.